Pressemitteilung
Jürgen Huber: „Bauordnungsamt hat den Fall erst geschaffen“
„Der Oberbürgermeister irrt, wenn er in der Stadtratssitzung vom 28.5. meint, mit einer gar nicht zur Debatte stehenden Zustimmung zum so genannten ‚Bunten Haus’ in Steinweg würden die Stadträte einen Präzedenzfall schaffen. Umgekehrt wird ein Schuh draus“, sagt der kulturpolitische Sprecher der Grünen, Jürgen Huber.
„Das Bauordnungsamt hat den ‚Fall’ erst geschaffen“, so Jürgen Huber weiter, „sehr zur Belustigung der ganzen Republik – wieder einmal. Das Bauordnungsamt ist bekannt für seine obrigkeitlich rigorose Auslegung der Regeln.“ In Kumpfmühl, wo Stadtrat Huber zuhause ist, gab es vor nicht langer Zeit den Fall, dass der Besitzer eines kleinen putzigen Hauses eine wirklich schöne Mauer, zwar nicht bunt, aber auch nicht betongrau und linealsauber, sondern materialverliebt, augenfreundlich, malerisch, ein wenig im Stil von Pippi Langstrumpf, um sein Grundstück errichtete. Das missfiel dem Bauordnungsamt. Die Mauer musste verputzt werden. Bruchsteinmauern seien nicht erlaubt! „Dass die Wolfgangskirche in 100 Meter Entfernung ebenfalls unverputzte Natursteinmauern hat, musste man wohl als kleinlichen Widerspruch von notorischem Individualismus abtun“, bemerkt Jürgen Huber ironisch. „Ging es doch im Grunde auch in Kumpfmühl um Sauberkeit und Ordnung. Und die können wohl nur vom Bauordnungsamt definiert werden? Das hübsche Hexenhaus eines Elektroingenieurs sollte sich gefälligst in die Gesichtslosigkeit der mausgrauen Alltagshausvorstellungen einreihen und nicht wagen, den Kopf hervorzustrecken. Der mündige, selbst bestimmte und selbst bestimmende Bürger wird in den Sonntagreden gefeiert, aber nur als Lippenbekenntnis, am Montag regieren die Vorstellungen des Amts.“
Das dürfte die innere Logik sein, mit der nun auch das Haus des Malermeisters Rebl inkriminiert wird. Jürgen Huber: „Wollen wir was Besonderes? Nein danke, so die Stadtverwaltung, und wenn, dann nur, wenn es aus der Machtzentrale selber kommt. Dass sich die Planungsreferentin von Amts wegen vor diese Ordnungs- und Machtgelüste stellt, die man da hervorlugen sehen kann, ist traurig. Dabei dachten wir, der Obrigkeitsstaat preußischer Prägung, wo der Mensch nur nickender Befehlsempfänger zu sein hat, sei seit vielen Jahren perdu.“
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