Ordnungsgemäße Lüftung noch kein Garant für einwandfreie Raumluft

Pressemitteilung

Grüne widersprechen Aussagen des OB zum Formaldehyd in der Goethe-Turnhalle

Deutlicher Widerspruch zur These des Oberbürgermeisters, die hohen Formaldehydwerte in der neuen Turnhalle des Goethegymnasiums seien ausschließlich durch mangelhaftes Lüften verursacht, kommt von der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. „Hier macht es sich Herr Schaidinger unseres Erachtens zu einfach“, kommentieren Fraktionsvorsitzender Jürgen Mistol und Stadtrat Jürgen Huber entsprechende Aussagen des Leiters der Verwaltung. „Eine einwandfrei funktionierende Lüftung ist sicherlich Voraussetzung für den Betrieb der Halle. Die Lüftung allein ist jedoch noch kein Garant für eine gesunde Raumluft. Gleichzeitig muss auch auf die Verwendung emissionsarmer Bauprodukte geachtet werden. Und hier haben wir Grüne weiterhin Zweifel, dass dies mit der notwendigen Sorgfalt geschehen ist.“

Insofern sollten nach Überzeugung der Grünen-Politiker vor einer endgültigen Bewertung der Situation die Ergebnisse der Materialbeprobungen vorliegen. Jürgen Mistol: „Bis Klarheit herrscht, welche Materialien für die Formaldehydbelastung ursächlich sind, und solange diese Stoffe nicht beseitigt wurden, halten wir es trotz der aktuell gemessenen unbedenklichen Raumluftwerte nicht für gerechtfertigt, den Betrieb wieder aufzunehmen.“ Jürgen Huber, der die Fraktion der Grünen im Bau- und Vergabeausschuss vertritt, vermisst bisher auch, dass Lehren gezogen werden, wie ein solches Desaster wie bei der Goethe-Turnhalle bei künftig anstehenden Bauprojekten der Stadt vermieden werden soll.

Jürgen Huber: „Dieser Vorfall muss Konsequenzen und ein Umdenken zur Folge haben. Aus unserer Sicht kann nur mit einem guten Bauproduktmanagement gewährleistet werden, dass ausschließlich Baustoffe und Bauchemikalien zum Einsatz kommen, die umweltverträglich sind. Dafür müssen schon bei der Ausschreibung und dann auch bei der Auftragsvergabe ökologische Kriterien formuliert werden. Die Bauprodukte müssen vor dem Einsatz auf der Baustelle freigegeben werden und es muss vor Ort eine kontinuierliche Qualitätssicherung stattfinden.“

Jürgen Mistol und Jürgen Huber fordern, dass auch bei der Vergabe der Planung an Externe, wie im Fall der Goethe-Turnhalle geschehen, von Seiten der Stadt als Bauherr entsprechende Vorgaben immer wieder kontrolliert werden müssen. „Auch die unbefriedigende energetische Situation des Baus aufgrund des praktisch andauernd nötigen Luftaustausches darf sich schon aufgrund des Klimawandels bei nächster Gelegenheit nicht wiederholen.“ Hierauf werde man beim demnächst anstehenden Neubau einer Turnhalle für das Albertus-Magnus-Gymnasium von Seiten der Grünen besonderes Augenmerk legen.

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

Verwandte Artikel