Umbenennung Straßennamen: Wissenschaft ernst nehmen

Im Bildungsausschuss wurde im Juli 2025 über das weitere Verfahren der Straßen-, Platz- und Gebäudenamen diskutiert, die mit dem Nationalsozialismus oder anderen (älteren) antidemokratischen Hintergründen in Verbindung stehen. Seit 2023 arbeitet die Historikerin Dr. Susanne Wein an diesem Projekt. In ihrem Dossier bewertet sie die Straßennamen nach dem Ampelprinzip (grün – unbedenklich, gelb – belasteter Name, Kontextualisierung empfohlen, rot – klar belastet, Umbenennung empfohlen). Dieses Vorgehen hatte Historikerin Wein bereits im Oktober 2024 dem Regensburger Bildungsausschuss vorgestellt. Im Oktober 2025 soll das endgültige Gutachten zu den Straßennamen den Stadträt*innen präsentiert werden.

Anstelle einer unmittelbaren Umsetzung dieser wissenschaftlichen Empfehlungen hat der Stadtrat nun beschlossen, eine interfraktionelle Arbeitsgruppe einzusetzen. Diese soll die von Dr. Wein als „rot“ gekennzeichneten Straßennamen diskutieren und Vorschläge für den weiteren Umgang erarbeiten.

Theresa Eberlein, grüne Vertreterin im Bildungsausschuss, betont: „Wir hätten uns gewünscht, dass der Stadtrat der wissenschaftlichen Expertise von Dr. Wein folgt. Ihre Kategorisierung nach dem Ampelprinzip bietet eine sachliche Grundlage. Bei ‚rot‘ ist die Empfehlung eindeutig: Umbenennen.“

Dennoch hat sich im Vorgriff zum Bildungsausschuss abgezeichnet, dass es für dieses Vorgehen keine Mehrheit im Rat gibt. Ohne den Kompromiss wäre das wissenschafltiche Gutachten (voraussichtlich) folgenlos geblieben und in der Schublade verschwunden.

Wir werden uns in der Arbeitsgruppe konstruktiv einbringen und weiterhin dafür eintreten, dass Regensburg einen konsequenten Umgang mit seinen belasteten Straßennamen findet.

Zum Hintergrund: 2020 wurde im Stadtrat der Beschluss genommen alle Straßen-, Platz- und Gebäudenamen auf NS-Bezüge oder andere antidemokratische Hintergründe zu überprüfen. Die grüne Fraktion hatte sich dafür eingesetzt auch von Kolonialismus belastete Straßennamen in die Überprüfung einzubeziehen. Zuletzt wurde zur Umbenennung der Straßennamen im Bildungsausschuss im Oktober 2024 von Dr. Wein berichtet.

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