Urban Mining – ehemaliges Winterhafenbecken am Unteren Wöhrd untersuchen

Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob das Füllmaterial im ehemaligen Becken des Winterhafens am Unteren Wöhrd zur Wiederverwertung geeignet ist.

Begründung:

Urban mining – städtischer Bergbau –, dieses Synonym für zukünftige Rohstoffgewinnung bezieht seine Faszination aus zwei sehr gegenläufigen Entwicklungen: die weltweite Bevölkerungskonzentration in den Städten und die Erschöpfungstendenzen der Rohstoffgewinnung aus konventionellen Lagerstätten. Wenn sich Verbrauch und Abfallaufkommen weltweit in den Metropolen konzentrieren, liegt die Erschließung und Ausbeutung dieser Sekundärressourcen nahe und wird zunehmend profitabel.

Auch Bauwerke z. B. sind wertvolle Rohstofflager. In Deutschland fallen jährlich rund 255 Millionen Tonnen mineralische Abfälle an, die derzeit zu 92 Prozent wiederverwertet werden. Mit dieser Menge kann bei ihrem Wiedereinsatz circa ein Drittel des deutschen Bedarfs an mineralischen Rohstoffen abgedeckt werden. Auch das vom Menschen angelegte „Lager“ von Kupfer, so der Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung, ist beispielsweise heute schon größer als die verbleibenden natürlichen Reserven.

In der Beschlussvorlage der Verwaltung zu möglichen Stadthallenstandorten vom Oktober 2008 war zum wiederholten Mal darauf hingewiesen worden, dass die Bebauung des mit teilweise kontaminiertem Material aufgefüllten ehemaligen Winterhafens am Unteren Wöhrd eine aufwändige Altlastensanierung zur Folge gehabt hätte. Erste Kostenschätzungen gingen hierfür von 18 bis zu 35 Mio. € aus. Diese Einschätzung hatte damals auch mit dazu beigetragen, dass der Standort „Altes Eisstadion“ nur als zweitbester Standort für ein Regensburger Kultur- und Kongresszentrum aus dem Rennen ging. Möglicherweise befinden sich hier aber auch Rohstoffe, die wieder in den Wirtschaftskreislauf integriert werden könnten und deren Wert die Kosten für die Altlastensanierung übersteigt.

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