„Veranstaltungs- und Tagungszentrum im Alten Schlachthof“

Änderungsantrag

– zu TOP 2 der Gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Verkehr, Umwelt- und Wohnungsfragen, des Kulturausschusses und des Ausschusses für Wirtschaft und Beteiligungen am 26.09.2012 und
– zu TOP 5 der Sitzung des Stadtrates am 26.09.2012:
„Veranstaltungs- und Tagungszentrum im Alten Schlachthof“

Im Rahmen der Entwicklung des Marina Quartiers / des Schlachthofareals kauft die Stadt den Bereich des Schlachthofes mit allen Nebengebäuden zurück, soweit diese der Stadt nicht mehr gehören, führt die Gebäude einer denkmalgerechten und energetischen Sanierung zu und stellt die Räumlichkeiten anschließend einer Kooperation der drei Regensburger Kunstvereine in Partnerschaft mit der Stadt Regensburg für eine Internationale Kunsthalle, für Start-ups im Bereich Kunst- Kreativwirtschaft und das entsprechende Gebäude- und Belegungs-Management (GF) zur Verfügung.

Eigentümer bleibt die Stadt, besser eine zu gründende Stiftung, zu der auch der jetzige Besitzer oder gemeinwohlorientierte Unternehmen, wie die Sparkasse Regensburg, Rewag, etc., aber auch andere Immobilienentwickler zustiften können, da gerade letztere von einer Aufwertung des gesamten Quartiers am meisten profitieren würden.

Begründung:
Regensburg entwickelt einen immer größeren Bedarf an Wohnungen und baut deshalb gerade einige neue Quartiere: Diese Quartiere, um den historischen und sehr beliebten Altstadtkern herum, bergen die herausragende Chance, die Altstadtzentriertheit einer kleinen Großstadt abzulegen und neue und zusehends eigenständige Quartiere aufzubauen und somit auch einen gewissen Druck vom „eierlegenden Wollmilchschwein“ Altstadt zu nehmen. Das Marina-Quartier würde sich nach Meinung der Fraktion der Grünen besonders eignen, nahe der Altstadt ein urbanes, großstädtisches Viertel sozusagen neu zu erfinden, zu integrieren, dem Viertel eine eigene positive(re) Identität zu geben und im Sinne der Diversifikation des Wirtschaftsstandortes einen großen Sprung nach vorne zu machen. Diese Notwendigkeit hat auch der Wirtschaftsreferent Dieter Daminger immer wieder betont, ausführlich vorgetragen schon vor Jahren bei Pro Regensburg. Zu einem so großen Stadtentwicklungs-Sprung hat man nicht alle Tage Gelegenheit, aber angesichts des erheblich von der Autokonjunktur abhängigen Standortes besteht geradezu ein Diversifikations-Auftrag.“

Um eine neue, anspruchsvolle Definition eines Regensburg-Stadtteils des 21. Jahrhunderts tatsächlich durchsetzen zu können, bedarf es des Zusammenspiels verschiedener und zugleich entschiedener Akteure, denn für und in Regensburg einen aus sich selbst strahlenden Stadtteil zu etablieren, ist ein anspruchsvolles Unterfangen und kann nur mit Hilfe aller Beteiligten und v.a. mittels der hohen Integrationsfähigkeit der Kunst und Kultur erreicht werden. Das Knowhow der örtlich und überregional vernetzten Kunstvereine ist dringend einzusetzen. Das Zusammenspiel von seriösen und willkommenen (auch kommerziellen) Entwicklungszielen des Quartiers mit den Fähigkeiten zur Identitätsbildung von Qualitäts-Architektur und künstlerischer Aktivitäten (tätige Menschen müssen zu sehen sein) kann den jetzt noch weitgehend unentdeckten Stadtteil tatsächlich erstrahlen und so eine Kulturachse entlang der Donau entstehen lassen.

Die künstlerisch inhaltliche Organisation der internationalen Kunsthalle Regensburg soll den drei Kunstvereinen überlassen werden, die ihrerseits beauftragt werden in einer offenen Intendanz lokale Kunstvermittler, wie die Donumenta etc. einzubinden, aber auch das internationale Kunstgeschehen in Regensburg mit Hilfe von internationalen Gastkuratoren abzubilden und die hiesige Szene mit den Benchmarks des internationalen Kunstbetriebs zu konfrontieren. Ein cross-over der Kunst- und Kultur-Genres ist anzustreben, da es die Höhe der Zeit widerspiegelt (Tanzszene, Schauspielschule, Pop-Kultur, etc.) Durch eine livestyle-orientierte Pop-Kultur der Creative Class, wie sie bei Richard Florida beschrieben wird, kann Druck vom Zentrum genommen werden, gerade was die vielfach beschwerte nächtliche Nutzung der Altstadt angeht. Zugleich wäre der Städtetourismus um eine Attraktion für jüngeres Publikum erweitert (z.B. Linz, Ars Electronica). Zugleich könnte sich eine zukunftsträchtige Kreativwirtschaft entwickeln, die nur durch einen aktiven Cluster in Erscheinung zu treten und auszustrahlen vermag (analog IT-Speicher, BioPark, etc.).

Die Regensburger Kulturschaffenden haben in ihren Beratungen zum Kulturentwicklungsplan (KEP) die Internationale Kunsthalle als wichtiges Entwicklungsziel in ihre Vorstellungen aufgenommen.
Eine nur kommerzielle Nutzung des gesamten Bestandes Marina-Quartier lehnen wir als unterwertig ab. Die Chance der Weiterentwicklung Regensburgs muss ergriffen werden, auch wenn die Versuchung groß erscheint, ein altes und oft vertagtes Problem (Tagungsräume-Notstand) vermeintlich elegant zu lösen.

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