Weihnachtsrede 2021

Turnusgemäß durfte die Weihnachtsrede 2021 von der grünen Fraktion gehalten werden. Für die Fraktion hat das die Fraktionsvorsitzende Maria Simon übernommen. Hier ist sie im Wortlaut nachzulesen, anzusehen oder anzuhören:

Podcast Weihnachtsrede 2021: https://gruene-stadtrat-regensburg.de/podcast-weihnachtsrede-2021/

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
sehr geehrte Damen und Herren der Stadtverwaltung,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Regensburgerinnen und Regensburger,

Die Weihnachtszeit ist eine Zeit der Lichter.

„Am Anfang war das Licht“, erzählen verschiedene Schöpfungsmythen. Mit gutem Grund, denn erst das Sonnenlicht ermöglicht Leben auf der Erde. Licht gilt als Zeichen für das Gute und in den verschiedenen Religionen werden besondere Ereignisse mit einem Lichterfest gefeiert.

Im Buddhismus treiben am Ende der Regenzeit Millionen Kerzen auf den Flüssen. Mit dem Lichterfest Pavarana feiern Buddhistinnen und Buddhisten am Ende der Regenzeit die Rückkehr Buddhas aus der Meditation in der Abgeschiedenheit.

Christinnen und Christen schmücken an Weihnachten einen Baum mit Kerzen und erinnern damit an die Geburt von Jesus. Und bereits an Sankt Martin zu Beginn der dunklen Jahreszeit finden Laternenumzüge statt.

Musliminnen und Muslime stellen an Mohammeds Geburtstag überall Kerzen auf und feiern ein „Lichterfest zum Geburtstag“.

Mit dem Lichter- und Freudenfest Chanukka erinnern Jüdinnen und Juden an die Befreiung ihres Volkes vor mehr als zweitausend Jahren.

Licht am Ende des Tunnels wünschen wir uns bei der Corona-Pandemie.

Als vor zwei Jahren die ersten Fälle des damals noch unbekannten Corona-Virus auftraten, hat niemand ahnen können, welches Ausmaß die Pandemie haben wird. Auch 2021 hat die Corona-Pandemie unser aller Leben massiv beeinflusst und die politische Debatte bestimmt. Im Sommer waren die Inzidenzen niedrig wie nie. Die Hoffnung auf einen „normalen“ Winter war groß. Wir wurden enttäuscht. Den Warnungen einer vierten Welle im Sommer wurde zu wenig Beachtung geschenkt und zu wenig politische Konsequenzen wurden daraus gezogen. Die Zahlen sind im Herbst wieder gestiegen. Inzwischen haben wir eine vierte Welle und wir sind angehalten, weiterhin freiwillig auf Kontaktbeschränkungen zu achten. Einschränkungen sind dringend nötig, um die vierte Welle abzuflachen und den kompletten Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern.

Es braucht die Solidarität aller, um einen Weg aus der Pandemie zu finden. Wir brauchen eine hohe Impfquote, damit es gelingt, die vierte Welle zu brechen.

Ich möchte Sie eindringlich bitten, sich impfen zu lassen. Tragen Sie mit Ihrem Verhalten dazu bei, dass unser Gesundheitssystem nicht kollabiert, seien wir solidarisch mit den Menschen in der Pflege, die Unglaubliches leisten.

Für viele Menschen ist die Pandemie eine schwierige und auch dunkle Zeit. Es gibt im jetzt zu Ende gehenden Jahr aber auch viele Lichtblicke, und einige davon möchte ich gerne herausgreifen.

Menschen, die ihre alte Heimat verloren haben, haben in Regensburg eine neue gefunden. Ehrenamtliche des Vereins Space-Eye haben Wohnungen für Familien eingerichtet und unterstützen sie beim Ankommen und den Herausforderungen des Alltags. Dankenswerter-weise hat die Stadtbau dafür Wohnungen zur Verfügung gestellt. Regensburg hat sich hier weltoffen und solidarisch gezeigt. Das sollten wir so fortsetzen.

Ein Leuchtturmprojekt ist in Regensburg entstanden. Heuer wurde RUBINA – das erste Energie-Bildungszentrum Bayerns eröffnet. RUBINA steht für für Regensburg, Umwelt, Bildung, Innovation und Nachhaltigkeit. Verschiedene Einrichtungen beherbergt RUBINA. Haben Sie schon die Ausstellung um:welt besucht? Oder eine Beratung bei der Energieagentur Regensburg in Anspruch genommen? RUBINA beherbergt den Verein MINT-Labs Regensburg e.V. mit einem Schülerforschungszentrum und das MINT-Kinderhaus RUBINA. Die Klimakrise ist medial in den Hintergrund geraten, aber sie ist noch da und die noch größere Herausforderung. Ihr müssen wir unsere ganze Kraft und Aufmerksamkeit widmen, um für die nächsten Generationen die Lebensgrundlagen zu erhalten.

Im Osten der Stadt ist das neue Jugend- und Begegnungszentrum in der Guerickestr. entstanden. Der Ort schafft Begegnung für Kinder, Jugendliche und Familien. Hier haben das Jugendzentrum sowie ein Familienzentrum, der Spielbus, das Stadtteilprojekt Ost, das Quartiersmanagement der Sozialen Stadt, eine Flüchtlings- und Integrationsberatung sowie Räumlichkeiten der VHS Platz gefunden. Durch die verschiedenen Angebote möchte das Begegnungszentrum unterschiedlichste Zielgruppen ansprechen. Ziel ist die Stärkung der sozialen Integration und des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Stadtteil. Viele dieser Angebote sind ein Lichtblick für Menschen in Krisen und Schwierigkeiten.

Leuchtturmprojekte sind auch im Bereich Inklusion in Regensburg entstanden. Auf der mittleren Ebene des Evangelischen Zentralfriedhofes gibt es jetzt das „Café Vielfalt“. Menschen mit geistigen Behinderungen bedienen Sie dort. In dem Café sind einige Arbeitsplätze für Menschen entstanden, die auf dem Ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben. Unterstützen Sie doch das Projekt der Lebenshilfe und trinken dort mal eine Tasse Kaffee. Das zweite Leuchtturmprojekt heißt Includio und ist Regensburgs erstes Inklusions-Hotel. Hier begegnen sich alle auf Augenhöhe, egal ob mit oder ohne Behinderung oder als Gast oder Mitarbeiter*in. Weil es normal ist, verschieden zu sein.

Unsere gemeinsame Verpflichtung hier im Stadtrat ist es, zum Wohle der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger zu handeln. Unsere Entscheidungen sollen dazu beitragen, die Lebensverhältnisse für Mensch und Umwelt besser zu machen, auf dass viele weitere Lichtblicke entstehen. Lassen Sie uns für einen Zusammenhalt der Gesellschaft eintreten und klare Kante gegen Hass und Hetze, gegen Rassismus, gegen Antisemitismus und gegen Rechtsextremismus zeigen.

Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung ist zu lesen: „Deutschland ist vielfältig und die Gesellschaft ist freier und reicher an Perspektiven, aber auch komplexer und widersprüchlicher geworden. … Wenn wir es schaffen, gemeinsam die Dinge voranzutreiben, kann das ein ermutigendes Signal in die Gesellschaft hinein sein: dass Zusammenhalt und Fortschritt auch bei unterschiedlichen Sichtweisen gelingen können. Wir wollen eine Kultur des Respekts befördern – Respekt für andere Meinungen, für Gegenargumente und Streit, für andere Lebenswelten und Einstellungen.“

Lichtgestalten in unserer Stadtgesellschaft sind die vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich und freiwillig engagieren. Sei es in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen oder in der Integrationsarbeit mit Geflüchteten, in der Freiwilligen Feuerwehr oder den Sportvereinen, im Treffpunkt Seniorenbüro oder in vielen anderen Initiativen und Bereichen, die man gar nicht alle aufzählen kann. Mit Ihrem Engagement tragen Sie zum Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft bei. Dafür gebührt Ihnen ein herzliches Dankeschön auch im Namen des gesamten Stadtrates. Unsere Verpflichtung ist es, gute Rahmenbedingungen für das Ehrenamt zu schaffen.

Ein herzliches Dankeschön sage ich auch den Damen und Herren der Stadtverwaltung einschließlich der städtischen Tochtergesellschaften für die gute Zusammenarbeit.

Egal welche Bedeutung Weihnachten für Sie hat: Ihnen allen und Ihren Familien wünsche ich eine friedliche und frohe Weihnachtszeit und ein gesundes Neues Jahr. Ich freue mich darauf, Sie nach den Feiertagen gesund und tatendurstig wiederzusehen.

Starten Sie gut in ein neues Jahr mit hoffentlich vielen Lichtblicken – für Sie ganz persönlich und für unsere Stadtgesellschaft.

Bleiben Sie gesund!

Herzliche Grüße

Maria Simon

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